Pressemitteilung vom 29.08.2020

Eng verbunden mit dem Leben vieler Menschen in Worms

Worms erhält ein stationäres Hospiz. Die Ökumenische Hospizhilfe Worms e.V. - Trägerin der hier fest verankerten ambulanten Hospizhilfe – hat das Haus A des ehemaligen Hochstiftes gekauft und lässt es umbauen. Bis zu 12 schwerstkranke und sterbende Menschen wird es beherbergen. Geborgen, in Würde und begleitet von ihren Angehörigen und Fachkräften können sie hier ihre letzte Lebenszeit verbringen. Am 28. August informierten sich Fachleute aus Politik, Kirche, Wirtschaft und Medizin über den Planungsstand; am 29. August kamen zahlreiche Wormser*innen zum Tag der offenen Tür.

In einem der zukünftigen 12 Gästezimmer im 4. Stock präsentieren die Koordinatorinnen Heike Eschenfelder und Sabine Lincks beim Tag der offenen Tür die Ökumenische Hospizhilfe Worms e.V. Seit fast 25 Jahren bildet der vom evangelischen und katholischen Dekanat, dem Diakonischen Werk Rheinhessen und dem Caritasverband Worms getragene Verein ehrenamtliche Hospizbegleiter*innen aus. Sie begleiten Schwerstkranke und Sterbende – bisher bei ihnen zu Hause, im Krankenhaus, Seniorenheim oder auch in Hospizen der Region, die allerdings alle relativ weit von Worms entfernt liegen. Immer wieder, so Heike Eschenfelder, sei es vorgekommen, dass die Begleitung eines Menschen nicht bis zu seinem Tod fortgesetzt werden konnte, weil hier in Worms kein stationäres Hospiz sei. „Es ist gut, dass das nun anders wird. Der Abbruch einer Begleitung kann für alle Beteiligten schmerzhaft sein.“

Im Nachbarraum stellen Claudia Staudinger und Pfarrerin Veronika Veerhoff ihre seelsorgerische Arbeit vor; ein paar Räume weiter können Besucher*innen alles über Betreuung, Vorsorgevollmacht und Patientenverfügung sowie über die Angebote des Caritasverbandes für Senior*innen erfahren. Im 3. Stock sind sie in die Wanderausstellung "Wegbegleiter im Sterben" der Ökumenischen Hans-Voshage-Hospizstiftung eingeladen und ganz oben, im 5. Stock, erläutern Klaus Engelberty, Leiter des Diakonischen Werkes Rheinhessen, und Georg Diederich, Direktor des Caritasverbandes Worms, die aushängenden Pläne für den Umbau.

Viel Zustimmung für die würdevolle Nutzung
Ein von der ärztlichen Beraterin der Ökumenischen Hospizhilfe Dr. Ulrike Löffler und ihrem Vorgänger Dr. Walter Ferbert eingerichteter Raum ist der Palliativmedizin gewidmet, bei der es nicht um Heilung, sondern um die Linderung von Schmerzen und damit die Erhöhung der Lebensqualität geht. Dr. Ferbert, Mitinitiator der Ökumenischen Hospizhilfe Worms und über 20 Jahre lang ärztlicher Direktor und Chefarzt der Chirurgie am Hochstift, ist bewegt darüber, dass das Hochstift als Heimat des künftigen Hospizes an diesem Tag so viel Zustimmung findet. Viele Besucher*innen sprechen über ihre enge Verbindung zu diesem Ort und sind froh über dessen würdevolle weitere Nutzung. Diesen Aspekt betont auch Klaus Engelberty in seiner Ansprache beim Informationstag am 28. August: Ausbildung, Geburt, Krankenhausaufenthalte oder -besuche – das Hochstift sei aufs engste mit dem Leben vieler Wormser*innen verknüpft. Deshalb sei es gut, es einer so wichtigen Bestimmung zuzuführen.

Werden Sie Botschafterinnen und Botschafter des Hospizes!“
Da die Krankenversicherungen 95 Prozent der zuschussfähigen Kosten stationärer Hospize tragen, werde dies auf lange Sicht aber nur mit Hilfe von ehrenamtlicher Arbeit und Spenden möglich sein. Deshalb laute sein Appell an die Wormser*innen: „Werden Sie Botschafterinnen und Botschafter des Hospizes! Werben Sie dafür und unterstützen sie es ideell und finanziell!“ Mit dem in Eppelsheim geplanten Hospiz wünsche er sich, nach einer leider unglücklichen öffentlichen Diskussion, eine gute Zusammenarbeit. „Es geht schließlich um die Menschen, für die wir arbeiten.“

Sterben und Tod gehören in unsere Mitte
Zurück zum Tag der offenen Tür: „Bevor ich sterbe, möchte ich...“ haben Heike Eschenfelder und Sabine Lincks auf eine Tafel geschrieben. Jeder ist eingeladen, diesen Satz für sich zu vervollständigen. Er verweist auf einen Kerngedanken der Hospizbewegung: Sterben gehört zum Leben. Es ist gut, Endlichkeit und Tod in unsere persönlichen Handlungen und Entscheidungen einzubeziehen. Und auch als Gesellschaft sollten wir schwerkranke und sterbende Menschen, Trauer und Abschied in unsere Mitte holen. Georg Diederich: „Genau dafür steht die Wahl dieses Ortes. Und ganz praktisch gesehen ist die zentrale Lage ein großer Vorteil für Angehörige und haupt- wie ehrenamtliche Mitarbeitende.“ Dr. Ulrich Oelschläger, Präses der Synode der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN), sagt es in seinem Grußwort am 28.08. so: „Worms bekommt eine Herberge für die Durchreisenden zur Ewigkeit, eine Stärkung auf dem Weg, der noch ganz Teil des Lebens ist, mit... einem weiten Blick auf Worms und den Dom.“

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